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Schutzbrief für die jüdische Gemeinde Eisenstadt [2].

Paul Esterházy, 1. Jänner 1690

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Fortsetzung

  • Ailfftens: sollen sie Ihre Kinder ausz unserer Herrschafft, oder in die Herrschafft hinein heyrathen, doch mit wissen unserer, oder unser Ambts, wan sich aber ein oder anderer weg begeben möchte, sol unser abzug von einem reichen 15 Thaller, von einem mütler vermögen 10 und von einen Armen 5 Thaller geben werden, auch derselbe sich mit der gmain vergleichen solle, wann auch feuers brunst sich bey dem Schlos oder Mayr hoffen eraignen, da es gott gnädig verhietten wohle, sollen sie zuelauffen und räthen helffen, ebnermaszen sollen sie auf das feuer gute obsicht halten, die rachfang köhren lassen, dasz kein Schaden durch sie entstehen solle, sonsten sie dem Schade, so entstehen mechte, bezahlen sollen, und welcher sein rauchfang nicht alle vier wochn köhren last, soll gestrafft werden.
  • 12tens: Wann sie Rosz oder Vuech halten wohlen, sollen sie es ohne unsers Schaden halten, auch weydten lassen.
  • 13tens: Dasz Prenn Holtz, so sie brauchen, solle denen selben umb die Bezahlung abgeben werden.

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  • 14tens: Wann ein oder anderer Jud ein Entfrembtes oder gestollens gut kaufft, soll derjenige, so dem Verluhr gelitten sich bei dem Juden Richter anmelten, dasz solches unter der gemein kann verkündt werden, wann sich so dann ein solches befindten würde ist er schuldig, die sach umb solchen werdt als ers kaufft hat, wiederumb zuruckh geben, da aber einer oder der anderer nach der Verkündung etwasz kauffen solle, ist er solches umbsonst zuruckh zu geben schuldig und musz in die straff pr 12 Fl. verfallen.
  • 15tens: Wann auch unterthanen Juden einer oder andrer unter ihnen jung oder alt abstirbt, sollen sie es anmelden, damit man weisz, in wasz Krankheiten sie gestorben, und soll keiner ohne wissen desz Ambst Hochzeit machen pr straff 5 Fl. umb willens bey unseren Herrschafften gebrauchig ist also einige bemüchung, dasz mann sich anmelt.
  • 16tens: Richter und burger sollen mit ihrer jüdischen Ceremonien erwählt, alsz dann mit wissen unseres Ambts confirmiret, und die Resignirung wiederumben bey unserem Ambt beschehen und abgelegt werden.
  • 17tens: Soll ohne Wiszen unserer oder unsers ambt kein Jud eingenommen werden, und wann sich dann taugliche und wohlbehaltene Juden befinden, die der gemein nicht zu wieder und sich alsz vor Inwohner einlassen wollen, sollen dieselbe unsz alsz vor ein Schutz, und gaaben geld jeder 6 Fl. bezahlten, und wann auch reisende Juden, so ihren Schullen nach ziehen, bei ihnen ein kheren, sollen sie über drey tag nicht getultet werden, zu dem soll mann sie Examiniren von wan sie seind.

Dieweillen nicht alles möglich in Puncten zu verfasszen, sollen sich die Judten der Gebühr nach verhalten, wie ihnen gebürret undt geziemet, sollen auch in Kriegsleufen, so viell als möglich geschüzt werden, Prandtwein Prennen undt zu verkauffen, sollen sie dasz glöger, getraitt undt andern Sachen, auch von hoff umb die bezahlung nehmen, undt weillen dasz Piier, undt Wein laithgeben wür unsz vorbehalten, alsz sollen sie bey dem hier vorbemelten vüertten Puncten verbleiben. Dessen zu wahrer Uhrkundt seynt zwey glaich lautenden Contract aufgerichtet, undt von Unsz aigenhändig Unterschrieben, auch unser Fürstl. Insigl hier antruckhen lassen, wie auch durch die Judten unterschreiben, verfertiget wordten. Schlosz undt Rändtambt Eysenstadt dem ersten Jener A 1690.

Paul Esterházy

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Österreichisches Jüdisches Museum in Eisenstadt, 2005-2017