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R. Simon Sofer (Schreiber; שמעון סופר)
Rabbiner von Mattersdorf 1842 - 1857 [4].

Claudia Chaya-Bathya Markovits Krempke, Bnei Brak, Israel

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Tod.

Fortsetzung

Und im Reichsrat hielt der Präsident in der Sitzung vom 5. April 1883 R. Simon die folgende Nachrede:

»Ich habe dem hohen Hause noch eine andere Trauerbotschaft zu verkünden. Während der Unterbrechung unserer Sitzungen ist unser College. Herr Abg. Simon Schreiber, Ober-Rabbiner in Krakau, einem Schlaganfalle erlegen. Wenn es dem Verstorbenen nicht gegünnt war, den Berathungen des hohen Hauses in dem Maße nachzukommen, wie er es sicherlich gewünscht hat, so ist es auf seine seit mehreren Jahren bereits beseutend untergraben gewesende Gesundheit zurückzuführen; sicher ist, daß der Verstorbene im Grunde seiner gesellschaftlichen und seiner Berufsstellung sich bei dem weitaus größeren Theile seiner Glaubensgenossen in Galizien eines sehr hohen Ansehens und eines sehr bedeutenden Einflusses erfreute. Selbstverständlich kann es auch nicht meine Aufgabe sein, und ich fühle auch nicht den Beruf unhd das Geschick dazu, sein Wirken in seiner Berufsstellung einer Kritik zu unterziehen. Doch der persönliche Verkehr mit ihm hat mir die gewissenhafte Überzeugung verschafft, daß nicht persönliche Motive, nicht selbstsüchtige Zwecke, sondern tiefinnerste religiöse Öberzeugung diesem seinem Wirken in seiner Berufsstellung zu Grunde lag und es ist dies ein Moment, welches auf Achtung Anspruch hat, und deßhalb begleite ich auch sein Hinscheiden mit inniger Betrübniß. Ich nehme an, daß auch das hohe Haus, indem es sich während dieser meiner Ansprache bereits erhoben hat, ihm ein ehrendes Andenken bewahren wird, und daß es zustimmen wird, daß diese Anerkennung des hohen Hauses im Protocolle der heutigen Sitzung verzeichnet werde.«

Erschienen in: Israelit 30 (12.4.1883), S. 506-507.

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Werke

›Michtaw Sofer‹, 2 Bde., 1952-1955 (Responsen und Predigten)

Kinder

  • R. Akiva (Jakob; 1839 – 1902); Kaufmann in Papa (Ungarn)
  • Moses (1844; s. Grunwald, Nr. 16, S. 497)
  • Moses (st. 1845; s. Grunwald, Nr. 17, S. 497) (beide Kinder ›Moses‹ sind am jüdischen Friedhof von Mattersdorf begraben)
  • R. Israel David Simcha Bunem (Bernhard; 1846 – 1899), Realitätenbesitzer in Warschau
  • R. Joel (1847 - ?), Realitätenbesitzer in Kutna (Kutno, Polen)
  • R. Salomon Alexander (1856 – 1924), Inhaber eines Wechselhauses in Seret in der Bukowina (Siret, Rumänien)
  • R. Ascher (1851 – 1903) in Berdiczow (Berdycziw, Ukraine)
  • Schulamit (st. 1932), Gattin des R. Meir Ascher Roth in Hundsdorf (Huncovce, Slowakei)
  • Reisel (st. 1913), Gattin des R. Akiva Kornitzer in Krakau

Literatur

  • ÖBL, Bd. 11, S. 198
  • Max Grunwald, ›Mattersdorf‹, Jahrbuch für jüdische Volkskunde 1924/25, S. 437, 497
  • Kinstlicher, משה אלכסנדר זושא קינסטליכר, ה'חתם סופר' ותלמידיו, בני-ברק: מכון 'זכרון', תשס"ה, S. 456-462
  • Shlomo Spitzer, ›Geschichte der Jeschivot im Burgenland‹, Beiträge zur Geschichte der Juden im Burgenland, Ramat-Gan 1994, S. 50-51

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Zeitungsmeldungen

  • Berufung nach Krakau: Israelit 5 (1860), S. 55-57; 9 (1861), S. 111; 13/14 (1861), S. 165-166
  • Verfrühte Berichte, er sei zum Leiter eines Rabbinerseminars ernannt worden: Israelit 43 (1861), S. 517
  • Erklärung gegen Eheschließungen durch religiös unzuverlässige Rabbiner: Israelit 22 (1870), S. 405-406
  • Die Gemeinde von Balassagyarmat will ihn zum Rabb. ernennen: Israelit 22 (1878), S. 531
  • Wahl zum Reichsratsabgeordneten: Neue Freie Presse 5335 Abendausgabe (4.7.1879), S. 2; ibid. 5356 (5.7.1879), S. 3; 5357 ibid. (6.7.1879), S. 3; ibid. 533 (8.7.1879), S. 3; Jüdische Presse (Berlin) 28 (1879), S. 313 [s. Anm.]; Israelit 29 (1879), S. 770
  • Hetze gegen ihn: Jüdische Presse (Berlin) 17 (1880), S. 193; 33 (1880), S. 374; 35 (1880), S. 398
  • Vor dem Kaiser in Krakau: Israelit 39 (1880), S. 941-943
  • Minjan im Reichstag: Israelit 52 (1880), S. 1270; Jüdische Presse (Berlin) 53 (1880), S. 618
  • Hechscher: Israelit 4 (1881), S. 90. Antrag auf Trennung: Jüdische Presse (Berlin) 14 (1881), S. 151
  • Wirksamkeit im Reichsrat: Jüdische Presse (Berlin) 44 (1881), S. 471, 479; 9 (1882), S. 88-89; 26 (1882), S. 185
  • Tod: Jüdische Presse (Berlin) 13 (1883), S. 141; 14, S. 149-151; Neue Freie Presse 6673 (27.3.1883), S. 1-2; Jeschurun (Hannover) 14 (April 1883), S. 214-215
  • Erhebungen der galizischen Staatsanwaltschaft: Neue Freie Presse 6673 (27.3.1883), S. 1, 3; Jüdische Presse (Berlin) 14 (1883), S. 151-152; 15, S. 169-170; 37 (1883). S. 437
  • Nachrufe: Jüdische Presse (Berlin) 23 (1883), S. 243, 245; 26 (1883), S. 286
  • Reminiszenzen: Israelit 27/28 (1885), Belletristische Beilage, S. 461-462; Menorah 11 (1925), S. 229-231

Schlussbemerkung

Die Gemeinde Mattersdorf wollte das Rabbinat bald nach R. Simon Sofers Abgang wieder besetzen. R. Esriel Hildesheimer, damals Rabbiner von Eisenstadt, suchte einen der ungarischen Sprache mächtigen Kandidaten, um durch denselben das Interesse der Neoorthodoxie beim Komitat vertreten zu lassen. (Ben Chananja 20 (1861), S. 180.) Alle Versuche, einen würdigen Nachfolger zu finden, blieben jedoch erfolglos, und so versah der Dajjan R. Aron Singer die Agenden eines Rabbiners bis zu seinem Tod im Jahre 1868.

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