Textlogo: Österreichisches Jüdisches Museum; Zur Startseite[D]

Hauptnavigation.

 

Güssing.

»Der Güssinger Rabbiner hieß Jakob Grünfeld und war ein Mann mit schönem Äußeren und gutem Aussehen, einem langen, schönen Bart, geehrt von Juden und Nicht-Juden. Wenn Begräbnisse stattfanden, kamen mehr Nicht-Juden, immer um dem Rabbiner seine Predigt zu hören. Oder auch zu Versöhnungsabenden. Da konnten die Synagogenbesucher aus 75% Christen bestehen und nur aus einem Viertel Juden ... Das Verhältnis zwischen jüdischer und christlicher Bevölkerung war gut und freundschaftlich. Der Rabbiner und der Pfarrer pflegten brüderlichen Kontakt. Oft konnte man beide spazieren sehen durch die Straßen von Güssing: Einmal, in Deutschkreutz (nahe der ungarischen Grenze) im Burgenland, erlebte ich, als Kardinal Innitzer den Rabbiner auf Hebräisch begrüßte, worauf dieser den großen Segen in Hebräisch spendete, den der Kardinal ehrfurchtsvoll entgegennahm.«

Daran erinnert sich der als ›Bela von Güssing‹ bekannte Berth Rothstein in seiner Lebensgeschichte (Der Bela von Güssing, Frankfurt 1988).

nach oben

Die jüdische Gemeinde Güssing bestand schon seit dem 15. Jahrhundert. Die Synagoge ist im Jahr 1750 urkundlich belegt. Als die jüdische Gemeinde um 1840 mit 520 Mitgliedern den zahlenmäßig höchsten Stand erreicht hat, war auch die Synagoge zu klein geworden. 1837/38 ließ Fürst Philip Batthyány mitten im Ort eine neue Synagoge errichten.

Synagoge Güssing 1938 - Zur Großansicht[D]

Bild: Synagoge Güssing 1938.
Großansicht 28 KB.

Fast genau 100 Jahre später wurde sie von den Nationalsozialisten in eine Festhalle umgewandelt. 1953 wurde die Synagoge abgerissen und an ihrer Stelle das neue Rathaus errichtet. Außer dem jüdischen Friedhof, der 1938 geschändet wurde und einer Gedenktafel erinnert nichts mehr an die jüdische Gemeinde. Auf dem Friedhof befinden sich heute einige in Graz entdeckte und nach Güssing zurückgebrachte Grabsteine sowie symbolische Grabsteine, die vom Friedhofsverein ›Schalom‹ 2001 aufgestellt wurden.

nach oben


Zusatznavigation.

Suche.


Zurück zur Hauptnavigation.
Zurück zur Navigation der Unterseiten von Bereich Gemeinden.
Zurück zum Inhalt von ›Güssing‹.
Zurück zur Zusatznavigation mit Suche, Links zu Leichter Sprache, Hilfe, Lexikon und Inhalt.

Österreichisches Jüdisches Museum in Eisenstadt, 2005-2017