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Rechnitz.

In Rechnitz dürften schon im 15. Jahrhundert Juden eine Ansiedlung errichtet haben, 1649 wird sogar schon eine Synagoge erwähnt. Schon 1718 war die Synagoge zu klein geworden und die Gemeinde ließ sich mit Unterstützung von Samson Wertheimer eine neue und größere Synagoge bauen. Im Schutzbrief von 1787 lesen wir, dass

»in Rechnitz 36 Judenfamilien leben ... sie können mit allerlei Waren handeln ... können auch Richter und Geschworene wählen ... sich Tempel und Schulen bauen ... und ihre Toten auf einem umfriedeten Friedhof begraben ...«

1832 wurde in Rechnitz - damals noch ungarisch Rohoncz - als Sohn eines Kaufmanns Gustav Pick geboren. Von ihm stammt das Fiakerlied, ein klassisches Wiener Lied, das der Schauspieler Alexander Girardi 1885 zum ersten Mal bei einem Praterfest sang und damit weltberühmt machte. Heute befindet sich an der Stelle des Geburtshauses eine Gedenktafel.
Einen kurzen Ausschnitt einer amerikanischen Version des Fiakerliedes von Gustav Pick können Sie auf der Seite ›Hörbeispiele‹ hören.

Wie die meisten anderen Gemeinden erreichte auch Rechnitz in der Mitte des 19. Jahrhunderts den höchsten Einwohnerstand mit 859 Juden. Rechnitz darf bis zu diesem Zeitpunkt als die bedeutendste und größte jüdische Gemeinde der südlichen Gemeinden bezeichnet werden. Bis 1932 sank die Zahl der Gemeindemitglieder aus wirtschaftlichen Gründen auf 145, die so verarmt waren, dass sie sich nach dem Tod des Rabbiners keinen neuen Rabbiner leisten konnten.

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Mahnmal Kreuzstadl .

Schon bald nach dem Anschluss im März 1938 wurden die Juden von Rechnitz in Autobusse verladen und in Richtung Jugoslawien (heute: Exjugoslawien) abtransportiert. Kurz vor Kriegsende, im März 1945, wurden während einer Feier der örtlichen NSDAP-Führung im Schloss Rechnitz 200 ungarische jüdische Zwangsarbeiter durch Genickschuss ermordet. Der Verein RE.F.U.G.I.U.S. errichtete ein Mahnmal für die Opfer.

Mahnmal Kreuzstadl - Zur Großansicht[D]

Bild: Mahnmal Kreuzstadl.
Großansicht 26 KB.

Nach 1945 kehrte 1 jüdische Familie nach Rechnitz zurück. 1989 starb die letzte Jüdin. Der im Text zu den Gemeinden des heutigen Burgenlandes erwähnte fanatische Gauleiter Tobias Portschy, dessen Ziel es war, das Burgenland möglichst rasch ›judenrein‹ zu machen, verstarb völlig unbehelligt 1996 in Rechnitz.

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Österreichisches Jüdisches Museum in Eisenstadt, 2005-2017